Wohin sollts gehen...?
Gen Süden natürlich, da solls ja angeblich warm und schön sein.
Also gings an die Suche einer Destination.
Nach einigen Tagen des Grübelns beschloss ich, dass ich ans Meer will...
Italien...? Ne... Vielleicht ein ander mal...
Frankreich...? Ne... Zu weit weg... So motiviert war ich dann doch nicht...
Also wieder zurück Richtung Adria...
Kurven..., Meer..., gutes Essen..., nette Menschen...
Moment...
Da war doch mal was...
Kroatien... Küstenstraße...
Jawoll, da will ich hin.
Das Ziel stand also erst mal fest. Kroatien. Wohin dort? Egal, das wird sich schon ergeben.
Irgendwo werd ich schon rauskommen.
Hilde stand schon auf der Terrasse bereit, nur noch Koffer dran und die Tasche drauf.
Und... Abfahrt...!
Nach einigen Kilometern sagte mir mein GPS, dass es keine Route berechnen kann.
Gut... machen wir ne kleine Pause und schauen mal, wo das Problem liegt...
Zu wenig Speicher? Nö...
Strom hats auch...
Mmhh...
Gut, dacht ich mir... wenn du die ganze Route nicht berechnen kannst, machen wir Teilstücke draus.
Nach einer Stunde rumprobieren gab ich entnervt auf.
"Route konnte nicht berechnet werden"
Man bedenke, dass ich mittlerweile zu Teilstücken von 10km gekommen bin.
Ich konnte das nächste "Ziel" am Ende der Straße schon sehen...
Jetzt braucht ich ne Pause von der Pause.
Also n Schokoriegel gemampft und n großen Schluck Wasser getrunken.
Doch warum fahren wir Motorrad?
Doch nicht etwa um strikten vorgegebenen Routen zu folgen?!
Freiheit hieß das mal...
Also flux den Zwängen des Navis entflohen.
So ein GPS kann ja nicht nur Karten anzeigen...
Also den integrierten Kompass aktiviert.
Wo liegt Kroatien doch gleich nochmal?
Richtig!
Im Süden!
Derlei neu motiviert, gings dann tiefenentspannt weiter.
Denn der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
So gings dann über schön kurvige Straßen und durch wunderschöne Landschaften gen Süden.
Der Ossiacher See war das erklärte Tagesziel.
Ein paar Camper waren da.
Nach dem ich mir ein lauschiges Plätzen in Reichweite des Sees gesucht hatte (frei Platzwahl), gings dann erstmal ans Wasser. Bisschen zur Ruhe kommen und drüber nachdenken, was man mit der verbleibenden Zeit anstellen kann.
Ich entschied mich für "die Ruhe genießen", denn davon gabs hier jede Menge.
Einige Zeit später meldete sich mein Organismus zu Wort...
Hunger!
Durst!
Mache er was dagegen!
Also kurz gecheckt am Handy gecheckt, wo man was zu Futtern herbekommen könnte.
In der Zwangspause des Seitenaufbaus, hab ich den Blick schweifen lassen und was hat mein verklärter Blick entdeckt?
Hier gibts ja ne kleine Gastwirtschaft direkt am Platz!
Na was ein glücklicher Zufall.
Muss ich nirgendwo hinfahren, muss mich nicht mehr in Schale schmeißen, und vom Zelt aus ists in wenigen Schritten zu erreichen.
Perfekt.
Gesagt, getan. Das Abendessen war somit gesichert.
Während dem ausgiebigen Mahl ließ ich dann mal die Gedanken schweifen und überlegte mir, was ich mit dem morgigen Tag anstellen könnte.
Und...
Was noch viel wichtiger ist...
Wo krieg ich was zum frühstücken her...?
Gut gesättigt gings dann in Richtung Zelt, der Schlafsack rief schon ne ganze Weile sehr laut... ;-)
Der nächste Morgen.
Guten Morgen allerseits. ;-)
Nach einer kurzen Frage an der Rezeption hab ich mir beim örtlichen Bäcker was zum futtern organisiert und schön gemütlich in der Sonne gefrühstückt.
Beim Essen mal wieder über meinen weiteren Routenverlauf gegrübelt...
Gen Süden solls ja gehen...
Also Lager abbrechen, Stellplatz löhnen und den das Vorderrad nach der Kompassnadel ausrichten.
So gings dann tiefenentspannt in Richtung slovenischer Grenze.
Kompass zeigt gen Süden, also muss eine Straße her, die das ermöglicht.
Steil gings bergauf, Serpentinen, bei denen selbst der routinierteste Minifahrer ins schwitzen kommt und dass alles auf dreckigem, manchmal auch recht sandigem Kopfsteinpflaster.
Irgendwo war dann mal ne Pause fällig.
Schön ruhig wars da. Zumindest solang kein Auto kam.
Irgendwie wars auch kalt... Obwohl die Sonne aus dem vollen geschöpft hat.
Also weiter, denn übernachten wollt ich nicht hier oben. ;-)
Nach einigen vielen Serpentinen gings dann auf der anderen Seite wieder bergab.
Die Wolken auf dem oberen Bild haben mich schon vermuten lassen, was mich erwarten könnte.
Schnee... Regen... Wind... Kalt...
Hier hab ich mein Moped nich geparkt...
Nach einem kurzen Stop und dem Blick in die Ferne entschied ich mich, dass es so nasskalt nicht wirklichspaßig ist. Denn die graue Wolkenmasse zog sich bis zum Horizont und wahrscheinlich noch viel weiter...
Also hab ich kurzerhand umgedreht und mich wieder in Richtung Österreich begeben. Ist ja quasi gleich ums Eck und der eine Tag Verzögerung machts nun auch nicht. Immerhin hab ich ja Urlaub.
Somit lief ich die erstbeste Tankstelle mit Imbiß an und "dinnierte" erst mal.
Auf gmaps dann etwas unentschlossen den Finger übers Touchpad des Handys gleiten lassen...
und was entdeckte ich da?
Der Süden ist doch deutlich näher als man glauben mag...
Wie zu sehen, stand mein Entschluss schnell fest.
Da muss ich hin.
Die Mautstation an der Hochalmstraße war noch zu, also gings los ins kurvige Getümmel.
Ein paar Zwischenstopps mussten sein.
Die "Wasserspiele" sind sehr schön anzuschauen und laden zum Verweilen ein.
Da war dann leider Schluss mit dem Kurvengetümmel...
Jetzt wurde mir auch klar, warum die Mautbude unten zu war.
DerTunnel war gesperrt, mit Kette und Schranke und einem echt massiven Schloss.
Sprichwörtlich Ende Gelände...
Und nun?
Viele Möglichkeiten hatte ich nicht. Ging ja nur noch in eine Richtung, nämlich zurück und bergab.
Also wieder eine Kraftstoffversorgungsstelle angelaufen und geschaut, was ich mit dem jungen Tag noch anfangen kann.
Der Wetterbericht sagte für die folgenden Tage schön an, doch irgendwie bezog sich das nur auf die nächsten 2 Tage... danach soll ein massiver Wetterumschwung folgen.
Was tun?
Die mobile Karte am Handy befragt und mich spontan entschlossen, dass man doch einfach mal ins Salzburger Land fahren könnte.
Da gibts so schöne Seen und Berge gibts auch.
Gesagt, getan. Aufsatteln und losstarten.
Das Dachsteingebirge lag auf dem Weg.
Mit engen Schluchten, interessant sowas zu durchfahren.
Pünktlich zum Abendessen bin ich dann auch am Mondsee angekommen.
Einen Campingplatz hab ich keinen gefunden, also musste ein Hotel her.
Etwas geschlaucht und sehr hungrig hab ich dann ein sehr schönes Zimmer bekommen und mich erst mal frisch gemacht.
Dann nochmal kurz runter zu der freundlichen Dame an der Rezeption und etwas geplaudert.
Als sie mich fragte, wo ich denn herkomme und ich ihr sagte, dass ich gestern von Tulln aus nach Klagenfurt gefahren bin und heute Vormittag kurzentschlossen von dort aus (mit dem Abstecher nach Slowenien und nach Malta) hierher gestartet bin...
Naja... den Blick mit ungläubig oder verblüfft zu beschreiben wäre sehr weit untertrieben...
;-) :-P
Hotel heißt ja nicht nur schlafen... Hotel heißt auch Essen...
Und wenn man schon mal im gehobenen Etablissement ist, kann man auch gleich schlemmen bis die Schwarte kracht. Immerhin ists ja Urlaub. =)
Und bei der Aussicht...
... verweilt man schon etwas länger und gönnt sich noch das ein oder andere von der Speisekarte und das ein oder andere Achtel Wein.
Und Routenplanung stand ja auch noch ins Haus. Denn zum Wurzeln schlagen war ich nicht hier.
So gings dann am darauffolgenden Morgen eine Runde um den Mondsee und wenn ich schon dabei bin, gleich mit um den Attersee. Schön ists hier.
So langsam sah ich dann auch am Horizont, dass sich der Wetterbericht bestätigen sollte...
Dunkle, graue und teils auch schwarze Wolken zogen auf.
Naja... dann fahren wir eben der Sonne und dem blauen Himmel hinterher und lassen das triste grau in grau hinter uns.
Irgendwie bin ich dann an der Donau rausgekommen und der bin ich dann gefolgt, denn einen einfacheren Wegweiser gibts nicht, ;)
So langsam wurde dann auch die Umgebung wieder vertrauter.
Wachau, rechtes Donauufer.
Von hier aus ists nur noch ein Katzensprung bis nach Hause...
Und so wars dann auch...
Wieder auf dem heimischen Parkplatz...
Abladen hab ich auf den Folgetag verschoben, rennt ja nicht weg das ganze Geraffel. ;-)
Und außerdem hatte ich Hunger...
Dem musste tunlichst Abhilfe geschaffen werden.
So ging diese Tour dann leider früher zu Ende als gedacht und wie so oft ist der ganze Urlaub sowiso anders verlaufen als geplant.
Aber Planung ist dafür da, dass man sie über den Haufen wirft. So seh ichs zumindest.
Zur Freiheit auf 2 Rädern gehört für mich eine riesen Portion Spontanität dazu.
Und hier noch die Karte mit der gefahrenen Route.
Alles in allem warens mit diversen Abstechern, die nicht in der Karte verzeichnet sind knappe 1200 km in 3 Tagen.





















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